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Elektrischer Schnellkochtopf – sinnvoll oder nicht?

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Wenn Du Dich schonmal gefragt hast: „Braucht man überhaupt einen Schnellkochtopf?“, dann bist Du hier richtig. Ich erkläre Dir, wann ein Schnellkochtopf sinnvoll ist, welche Vorteile ein elektrischer Schnellkochtopf wie der Instant Pot mitbringt, warum mich die Zeitersparnis nicht überzeugt und was ich für die wirkliche Erleichterung im Alltag halte.

Elektrischer Schnellkochtopf - sinnvoll oder nicht? - Bild 1
Elektrischer Schnellkochtopf - sinnvoll oder nicht? - Bild 2

Warum ein Schnellkochtopf?

Schnellkochtöpfe gibt es schon seit fast 90 Jahren. Das Prinzip ist, dass durch hohen Druck im Inneren des Topfes höhere Siedetemperaturen als beim klassischen Kochen erreicht werden, wodurch sich die Garzeit erheblich reduziert, oft auf wenige Minuten. Zusätzlich kann die Hitze reduziert werden, sobald der benötigte Druck im Topf erreicht ist, weshalb Schnellkochtöpfe auch energiesparender kochen sollen. Soßen und Suppen schmecken intensiver, Fleisch wird in kürzerer Zeit zarter. Soweit die Theorie.

Wie vielen wurde auch mir eine gehörige Portion Respekt vor dieser Art des Kochens eingetrichtert, so dass die unterschwellige Angst vor explodierenden Mahlzeiten unseren klassischen Schnellkochtopf für den Herd eher im Schrank verkommen ließ. Diese Platz- und Ressourcenverschwendung war mir jedoch irgendwann ein Dorn im Auge und so beschäftigte ich mich etwas mehr mit dem Thema. Ich versuchte mich an ersten Rezepten jenseits von Weihnachtsrotkohl und Linseneintopf und sah den Vorteil vor allem darin, dass die Zubereitung von Kartoffelsuppe (dem damaligen Lieblingsgericht meiner Mittleren) ein winziges bisschen schneller erledigt war.

Die wenigen Minuten Zeitersparnis relativierten sich allerdings dadurch, ständig ein Auge auf dem Topf haben zu müssen. Während der Druck im Topf aufgebaut wird, muss ich in der Nähe bleiben. Nur so kann ich rechtzeitig die Hitze zum Erhalt des Drucks reduzieren und den Timer einstellen kann. Doch auch danach sollte ich den Topf im Blick behalten, falls bei abfallendem Druck die Hitze angepasst werden muss. Außerdem darf man nicht versehentlich eine Minute (oder fünf) länger kochen, denn kurze Verzögerungen können bei dieser Art des Kochens den Unterschied zwischen „perfekt durch“ und „verbrannte Pampe“ ausmachen. Diese Einschränkungen haben mich vom großflächigeren Gebrauch des Schnellkochtopfs stark abgehalten.

Warum mich die Zeiteinsparung nicht überzeugt

Schnellkochtöpfe werden ja vor allem mit Zeit- und Energieersparnis beim Kochen beworben. Davon bin ich – bis auf die Energieeinsparung – bisher in den meisten Fällen noch nicht überzeugt. Die verkürzte Kochzeit trifft nur bei Lebensmitteln mit sehr langwierigen Garzeiten (wie Hülsenfrüchte oder Fleisch) zu. Bei allem, was im normalen Topf unter einer halben Stunde gar ist, bleibt die Zeitersparnis jedoch auf der Strecke.

Ein Blick auf die Gartabellen für Schnellkochtöpfe macht erstmal einen tollen Eindruck: Möhren? 4 Minuten. Blumenkohlröschen? 2-3 Minuten. Reis? 5-6 Minuten. Porridge aus Haferschrot? 11 statt 45 Minuten. Doch die angegebenen Zeiten beziehen sich auf die reine Kochzeit unter Druck. Doch bis der Hochdruck aufgebaut wurde, benötigt der Schnellkochtopf je nach Inhalt zwischen 10 und 20 Minuten.

Eifrige Verfechter der Methode kontern dann, dass ich die Vorheizzeit des Backofens ja auch nicht in die Backzeit einrechne. Und das stimmt – doch der Ofen kann vorheizen, während ich die Lebensmittel vorbereite, was natürlich beim Kochen mit dem Schnellkochtopf nicht geht. Da muss alles im Topf sein, bevor der Druck aufgebaut werden kann. Hinzu kommt, dass bei manchen Lebensmitteln wie Getreide oder Reis der Druck langsam abgelassen werden muss, weil sie sehr schäumen und beim schnellen Ablassen des Drucks das Ventil verstopfen können. Das bedeutet weitere 10 Minuten nach Ende der Kochzeit. An dieser Stelle wird deutlich, dass Reis im Topf mit 12-15 Minuten in der Quellmethode trotzdem deutlich schneller ist als 10-15 Minuten Druckaufbau + 5 Minuten Kochzeit + 10 Minuten Druckabbau…

Der wirkliche Vorteil eines elektrischen Schnellkochtopfes

An dieser Stelle kommt für mich der entscheidende Vorteil eines elektrischen Schnellkochtopfs ins Spiel: Einschalten und Weglaufen. Da das Gerät wie alle modernen Schnellkochtöpfe mit vielen Sicherheitsmechanismen ausgerüstet ist und zudem elektrisch betrieben wird, kann es ebenso wie ein Slow Cooker bedenkenlos unbeaufsichtigt betrieben werden. Statt also für 30 Minuten in Topfnähe gefangen zu sein, kann ich nach dem Drücken weniger Tasten Einkaufen gehen, mich im Garten sonnen oder meinem Kleinkind hinterherjagen.

Ein moderner Schnellkocher wie der Instant Pot hat selbst im Blick, wann die Garzeit beginnt und schaltet danach automatisch in die Warmhaltestufe. Und das wiederum bringt mir eine ganz andere Zeitersparnis: Ich gewinne dadurch die komplette Kochzeit für mich, weil ich mich nicht mehr darum kümmern muss! Statt immer wieder den Kochvorgang im Blick behalten zu müssen kann ich andere Zutaten oder Komponenten unabgelenkt zubereiten, mit den Kindern spielen oder sogar ins Bett gehen.

Das ist der Grund, warum ich den Instant Pot auch als Reiskocher verwende, obwohl es im Endeffekt länger dauert als im Topf. Deshalb koche ich darin Porridge in letzter Minute, weil ich in der Zwischenzeit unter die Dusche springen kann. Deshalb dämpfe ich lieber darin unsere Möhren, weil ich in der Zwischenzeit durch Pinterest stöbern kann.

Das gleiche, was ich am Slow Cooker so liebe, trifft durch den elektrischen Schnellkochtopf mit etwas Einschränkung auch aufs Druckkochen zu: Das Babysitten des Kochvorgangs entfällt. Deshalb kann ich mir für Familien oder Berufstätige kaum einen besseren Helfer in der Küche vorstellen, der das Leben (und das Selberkochen!) einfach entspannter macht.

Macht der Schnellkochtopf die Vitamine kaputt?

Das war auch mein Gedanke, denn Hochdruck klingt irgendwie nach geplätteten Vitaminen. Interessanterweise wurde in Untersuchungen festgestellt, dass das Kochen im Schnellkochtopf sogar mehr Vitamine erhält, als beim allseits gepriesenen Dämpfen.

Mehr dazu findest Du hier:

Die Verwendung des klassischen Schnellkochtopfes auf unserem Induktionsherd hat für mich keine Energieersparnis deutlich gemacht. Sobald ich die Einstellung unterhalb unserer normalen Kochstufe auswählte, fiel auch der Druck. Doch das mag bei einem Ceranfeld ganz anders aussehen. Interessant war für mich jedoch, dass ein elektrischer Schnellkochtopf durch die Wärmeisolation auch noch weniger Strom verbraucht als der Herd und damit auch an dieser Stelle vorn liegt. Selbst wenn man also die Warmhaltefunktion für den Rest der Nacht nutzt, zahlt man nicht drauf – oder spart sogar noch ein paar Cent.

Slow Cooker oder Schnellkochtopf?

Wegen der „Einstellen und Weglaufen“ Option liebe ich beide Geräte. Da ich den Instant Pot als Ersatz für meinen wiederholt zerbrochenen Slow Cooker (mit Steingut-Kochtopf) gekauft habe, nutze ich auch weiterhin beide Funktionen. Der elektrische Schnellkochtopf mag mitunter etwas heißer in der niedrigsten Slow Cook Stufe kochen, doch der Vorteil eines multifunktionalen Geräts gleicht das für mich wieder aus. Der Nachteil am Slow Cooker ist die Notwendigkeit des Vorausplanens, da durch die niedrige Temperatur einige Stunden bis zur Fertigstellung einkalkuliert werden müssen.

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Doch das ist auch ein Vorteil, denn das Essen kann ganz entspannt (und sicher) vor sich hingaren, während die Kinder in der Schule sind. Oder ich kann den Eintopf auf den Weg bringen, wenn ich vormittags mehr Zeit habe als in der hektischen letzten Stunde vor dem Essen. Ein elektrischer Schnellkochtopf gleicht diesen Vorteil durch die automatische Warmhaltefunktion allerdings aus und ermöglicht so den gleichen Luxus – nach Hause kommen und essen können.

Ein weiterer Vorteil ist für mich die Möglichkeit, im elektrischen Schnellkochtopf auch das Anbraten direkt erledigen zu können. In den meisten klassischen Slow Cookern muss das gesondert in der Pfanne geschehen. Ein Arbeitsschritt und schmutziges Geschirr weniger ist für mich immer ein Pluspunkt. Nur wenn Du fast ausschließlich mit beiden Methoden kochst, lohnt sich aus meiner Sicht auch die Anschaffung beider Geräte. Andernfalls empfehle ich einfach einen elektrischen Schnellkochtopf mit Slow Cook Funktion zu kaufen, weil Dir dann alle Optionen offen stehen.

Wenn Du also öfters knapp mit Zeit ausgerüstet bist, dann kann ein elektrischer Schnellkochtopf eine riesige Erleichterung für Deinen Alltag sein. Lass Dich nicht vom anfänglichen Lernprozess abschrecken – den Dreh hast Du ganz schnell raus! Im Shop findest Du meine Amazon-Empfehlungen zu den unterschiedlichen elektrischen Schnellkochtöpfen.

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Elektrischer Schnellkochtopf. Text: "Elektrischer Schnellkochtopf - Was er Dir im Alltag wirklich bringt"

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