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Alternative zu Brühwürfeln: haltbare Gemüsepaste

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Eine Alternative zu Brühwürfeln, die genauso praktisch in der Handhabung und Dosierung ist? Diese DIY Gemüsepaste steht dem kommerziellen Gegenüber nicht nach – doch kommt ohne Hefeextrakt oder Geschmackverstärker aus und bringt echtes Gemüse in jedes Gericht.

Inzwischen sollte es ja kein Geheimnis mehr sein, dass ich im Interesse unserer Geschmacksnerven versuche, Lebensmittel zu vermeiden, die entweder einen nicht vorhandenen Geschmack vortäuschen (Aromen) oder unseren Geschmackssinn überstimulieren. Ersteres stört mich besonders, weil man sich schnell so an den Aroma-Geschmack eines Erdbeer-Joghurts gewöhnt, dass die echte Erdbeere im Joghurt nicht mehr mithalten kann.

Letzteres macht mich im Zusammenhang mit Glutamat fast schon wütend, weil die Lebensmittelindustrie dank dieses günstigen Zusatzstoffes im Extremfall billige und kaum vorhandene Zutaten trotzdem noch zur Geschmacksexplosion im Mund bringen kann. Davon mal abgesehen, dass es unserem Gehirn dann schwerer fällt, den Schlusspunkt beim Essen zu finden.

Sicherlich gibt es für beides, Aromen und Glutamat, eine Berechtigung in einem schmalen Prozentsatz der Anwendung, zum Beispiel wenn ich an Hustenbonbons und Sojasoße denke. Aber für den Großteil der Lebensmittel haben wir uns für die Vermeidung von Unnötigem entschieden und das macht dann manches auch schnell komplizierter statt einfacher.

Alternative zu Brühwürfeln: haltbare Gemüsepaste - Bild 1
Alternative zu Brühwürfeln: haltbare Gemüsepaste - Bild 2

Gemüsebrühe zum Beispiel ist eine Standardzutat in vielen Rezepten und so haben wir für eine Weile versucht, sie in großen Mengen zu kochen und dann portioniert einzufrieren. Allerdings hat man fast nie die richtige Abmessung eingefroren (selbst mit Eiswürfelgröße wurde es immer ziemlich kompliziert). Und man stopft sich zudem noch den Gefrierschrank mit einer großen Menge gefrorenen Wassers voll. Beides nicht sehr alltagstauglich. Und immer mehr Rezepte erfordern Brühwürfel oder gekörnte Brühe ohne entsprechende Flüssigkeit, so dass man auch mit selbst gekochter Gemüsebrühe nicht weiter kommt.

Eine echte Alternative zu Brühwürfeln und -pulvern

Die dauerhafte Lösung kam, als ich auf Rezepte wie dieses stieß und auf unsere Bedürfnisse anpasste. Das Prinzip ist denkbar einfach. Man nimmt sich klassisches Suppengemüse (Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln) und erweitert es beliebig mit sonst noch vorhandenen Kräutern, Gemüsen und Gewürzen (zum Beispiel Pastinaken, Stangensellerie, Petersilie, getrocknete Tomaten, Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Majoran, Liebstöckel, Pfeffer, Paprika etc.).

Das Ganze wird am besten mit einer Küchenmaschine oder einem Standmixer klein gehackt und mit einer guten Portion Salz haltbar gemacht. Die Masse kann man dann in Gläser mit Schraubdeckel abfüllen und dunkel (oder im Tiefkühler) lagern. Das jeweils angebrochene Glas sollte im Kühlschrank stehen.

So kommt Geschmack ans Essen – nicht durch industriell hergestellte Aromen und Geschmacksverstärker, sondern durch die natürlichen Gemüse und Gewürze in der Paste. Und das mit relativ geringem Aufwand für Herstellung und Lagerung.

Extra-Tipp für die Alltagstauglichkeit der Gemüsepaste

Wer etwas Platz im Gefrierschrank hat, der kann auch dort die komplette Menge aufbewaren, wozu wir übergegangen sind. Durch den hohen Salzanteil gefriert die Mischung nicht fest, sondern bleibt „löffelbar“ und hält sich gut verschlossen quasi ewig. Wann immer ich Gemüsebrühe brauche, nehme ich etwa einen Esslöffel pro 500 ml Wasser und fertig ist meine Brühe. Die Verwendungsmöglichkeiten sind endlos: Im Salatdressing, in Suppen, Soßen und Reiswasser, als Gewürz (wenn noch „irgendwas fehlt“), für eine schnelle Brühe…

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, weder bei der Zusammensetzung noch bei der Anwendung. Deshalb sind die Zutaten und Mengen im Rezept auch eher ein Beispiel, wovon je nach Vorhandensein, Geschmack, Saison und Vorlieben abgewichen werden kann. Wichtig ist nur, dass man in etwa pro Kilogramm Gemüse 250 g Salz dazu gibt und die klassischen Suppengemüse mit vorkommen.

Durch den Salzgehalt erspart man sich auch in den meisten Fällen jegliches Nachwürzen. Ich empfehle Dir deshalb, beim Kochen das im Rezept erwähnte Salz zunächst wegzulassen und erst am Schluss gegebenenfalls nachzuwürzen. Du wirst staunen, wieviel Geschmack die Verwendung dieser Gemüsepaste auch ohne weitere Gewürze Deinen Gerichten verleiht. Für alle anderen Fälle findest Du in meinen Gewürzmischungen noch die eine oder andere Abkürzung. Eine trockenlagernde Alternative (ohne Gemüse zu trocknen!) findest Du in meinem Artikel zu DIY gekörnte Brühe, falls weder Kühlschrank noch Tiefkühler Platz dafür hergeben.

Plane also gleich noch eine halbe Stunde für die Zubereitung dieser Gemüsepaste ein und Du kochst für viele Monate ganz entspannt und ohne Hefeextrakt!

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Gemüsepaste

Gemüsepaste

DIE alltagstaugliche Alternative zu Brühwürfeln oder gekörnter Brühe.

Vorbereitung 10 Minuten
Gesamtzeit 10 Minuten

Zutaten

  • 1 große Zwiebel
  • 2 Stangen Lauch
  • 2 Stangen Sellerie
  • 6 Karotten
  • 1/2 Knollensellerie
  • 1 Pastinake oder Petersilienwurzel
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 Bund Petersilie
  • 1 Teelöffel Pfeffer
  • 1 Teelöffel Paprika
  • 1 Teelöffel Liebstöckel (optional)
  • 1 Teelöffel Majoran (optional)
  • 250 g Salz

Zubereitung

  1. Das Gemüse putzen, gegebenenfalls schälen und in grobe Stücke schneiden. Alles in die Küchenmaschine mit dem Messeraufsatz oder einen Häcksler geben und, eventuell portionsweise klein hacken.
  2. Alles in eine große Schüssel geben und mit Salz und den Gewürzen gut vermischen. Für ein noch feineres Ergebnis bei Bedarf noch einmal die gesamte Mischung portionsweise für einige Minuten im Standmixer verarbeiten.
  3. In gut verschließbare Gläser abfüllen und dunkel lagern oder in einer wiederverschließbaren Gefriertüte im Tieflkühlschrank aufbewahren. Das jeweils angebrochene Glas sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden und hält sich so für Monate.
  4. Wer keine Küchenmaschine, Häcksler, Fleischwolf, Standmixer oder ähnliches hat, kann alternativ das Gemüse fein reiben - oder sich bei Freunden für eine Stunde zur Nutzung des Thermomix in die Küche einmieten...

Hinweise

Die Zutaten und Mengen sind nur Beispiele. Das Wesentliche ist, dass man in etwa pro Kilogramm Gemüse 250 g Salz dazu gibt. Alles andere kann beliebig variiert werden, solange die grundlegenden Suppengemüse Lauch, Karotten und Selerie Verwendung finden.

Hier sind noch Links zu meinen Lieblingsküchenhelfern für dieses Rezept:

Perfekt für Pinterest

Eine Gemüsebrühe lässt sich ganz leicht ohne Hefeextrakt und dafür mit viel echtem Gemüse herstellen - und lange lagern! Mit dieser selbstgemachten Gemüsepaste kannst Du gekörnte Brühe komplett ersetzen und Instant Brühe in Sekunden zaubern. Das ganze geht nicht nur im Thermomix, sondern auch im Foodprocessor oder Mixer und ohne langes Trocknen.

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Ursula

Tuesday 9th of June 2020

Ich komme immer wieder gerne auf dieses Rezept hier zurück! Ich fülle die Masse in kleine Schraubgläser und bewahre sie wie empfohlen im Gefrierschrank auf. Tolles Rezept!!!

Yvonne

Saturday 8th of September 2018

Vorgestern hab ich über die Blumenkohlsuppe mit Käse (lecker) Dein Blog entdeckt: Die Paste und die für-Morgen-Beötchen ohne Kneten haben mich echt elektrisiert. Total toll, für sowas ganz einfach selbstgemachte Alternativen zu haben, ohne irgendwelchen Mist drin! Allein dafür schon mal fünf Sterne und ein dickes Danke an Dich.

Gerade bin ich mit der Gemüsepaste fertig geworden; außer Deinen empfohlenen Zutaten hab ich noch Shii-Take-Pilze und eine .Fenchelknolle zerkleinert. Das war mit meinem Equipment das Aufwändigste, im Kitchen-Aid-Mixer musste ich immer nachstoßen, weil der bei trockenen Zutaten ohne Flüssigkeit gern leerläuft. Möhren und Sellerie habe ich erst durchs Raspelwerk der Küchenmaschine gejagt, dann alles nochmal mit dem Stabmixer weiter zerkleinert. Thymian getrocknet, Oregano und Liebstöckel frisch dazugegeben. Gerade die erste Tasse aufgegossen - schmeckt SUPER. Ich hab für ca. 1,4 kg geputztes Gemüse 340 g Salz verwendet. So passt es ganz gut, wenn man das Gericht NICHT nachsalzt - mehr würde glaub ich den Geschmack ruinieren, aber so passt es recht gut,

Jetzt lagern drei Zip-Beutel im TK-Schrank und ich bin gespannt auf den Alltagseinsatz :-) Als nächstes ist der Brötchenteig für morgen dran.

Danke für dieses leckere Samstagsprojekt!

Sina

Sunday 22nd of October 2017

Ganz, ganz tolle Anleitung! Morgen kaufe ich das Gemüse ein und dann geht's los. Vielen Dank!! Viele Grüße Sina

Heidi Rabbach

Sunday 22nd of October 2017

Liebe Sina, Oh, das freut mich! Ganz viel Spaß dabei - ich bin sicher, dass Du nie wieder ohne sein möchtest, sobald Du sie einmal ausprobiert hast :) Liebe Grüße, Heidi

heidi

Monday 29th of December 2014

Das Einfrieren hat es auch für mich erst richtig alltagstauglich gemacht, vor allem weil es weich bleibt. Seit ich das entdeckt habe, stelle ich einen 2 kg Vorrat her, wenn das Gemüse Saison hat und super günstig ist. Der reicht dann für ein Jahr und ich muss mir keinen Stress machen, dass irgendetwas aus dem Kühlschrank aufgebraucht werden muss. Demnächst gibt es noch eine Variante für Rind- und Hühnerbrühe, aber daran muss ich erst noch etwas feilen ;)

Natalie

Monday 29th of December 2014

Bisher hab ich das immer nur von einer Freundin im Schraubglas gehabt. Geschmacklich top. Aber die Idee das Ganze im Gefrierschrank zu lagern macht es jetzt erst so richtig attraktiv. Danke.

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