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Zuckerersatz in der Weihnachtszeit – Mögliche Zucker-Alternativen und 5 tolle Rezepte für Kekse ohne Zucker

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Zu keiner anderen Jahreszeit sind Süßigkeiten so allgegenwärtig wie zur Weihnachtszeit. Die Regale der Supermärkte quellen über mit Leckereien, schon im Spätsommer geht es los mit Lebkuchen und Co. Wenn Du dieses Jahr versuchen möchtest, den Zuckerkonsum für Dich und Deine Familie wenigstens etwas einzuschränken, kommen hier einige gute tolle Rezepte für Kekse ohne Zucker und Alternativen, die man als Zuckerersatz benutzen kann.

Was ist Zucker?

Was man im alltäglichen Sprachgebrauch als „Zucker“ bezeichnet, ist eigentlich der Überbegriff für viele verschiedene Moleküle. Wenn ich hier über Zucker spreche, meine ich den handelsüblichen weißen Haushaltszucker. Chemisch unterscheidet man hauptsächlich zwischen Monosacchariden, Disacchariden und Polysacchariden, also Einfach-, Zweifach- und Mehrfachzucker. Dies bezieht sich auf die Länge der Molekülkette. Je länger, desto weniger süß ist der Geschmack. Kohlenhydrate sind Mehrfachzucker. Bei der Verdauung werden die Molekülketten aufgebrochen und zu Einfachzucker verstoffwechselt. Einfachzucker liefert die Energie für unseren Organismus und ist daher absolut überlebenswichtig! Eine Verteufelung von Zucker ist also unnötig. Mit dem Thema habe ich mich hier schon einmal intensiv beschäftigt.

Zuckerersatz in der Weihnachtszeit – Mögliche Zucker-Alternativen und 5 tolle Rezepte für Kekse ohne Zucker - Bild 1
Zuckerersatz in der Weihnachtszeit – Mögliche Zucker-Alternativen und 5 tolle Rezepte für Kekse ohne Zucker - Bild 2

Grundsätzlich gilt für Zucker, ebenso wie für viele andere Stoffe: Die Dosis macht das Gift! Zucker an sich ist nicht schlimm. Man muss nur darauf achten, alles in Maßen zu sich zu nehmen. Denn ein Überschuss an Zucker wird zunächst in der Leber gespeichert (sozusagen für schlechte Zeiten) und wenn diese Speicher voll sind, wird der Rest in Fettreserven umgewandelt. Übermäßiger Zuckerkonsum kann also zu Übergewicht und anderen Krankheitsbildern wie z.B. Diabetes und, bei unzureichender Mundhygiene, natürlich auch zu Karies führen.

Warum brauchen wir Zucker zum Backen?

Zucker ist ein wichtiger Geschmacksträger und daher auch in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Auch, wenn man es nicht unbedingt erwartet.

Zucker hat beim Backen wichtige chemische Eigenschaften, die künstliche Ersatzstoffe nicht nachahmen können. So ist er hygroskopisch (das heißt, er „zieht Wasser an“), was dazu führt, dass Gebäck angenehm weich wird. Im Umkehrschluss heißt das auch,  je weniger Zucker im Gebäck ist, desto schneller werden die Kekse beim Lagern trocken.

Außerdem gibt es da noch die wunderbare Maillard Reaktion: Beim Backen, ab ca. 140 Grad, reagiert Zucker mit den enthaltenen Aminosäuren und sorgt für die goldbraune Färbung des Gebäcks. Eine wunderbare Sache!

Warum soll ich überhaupt Zuckerersatz nutzen?

Wir haben etabliert, dass Zucker an sich nicht schlimm ist. Welchen Grund gibt es also, Zucker-Alternativen zu nutzen? Handelsüblicher Haushaltszucker ist ein Zweifachzucker mit einer hohen Kaloriendichte, aber sonst nur sehr wenig „Zusatznutzen“. Die Alternativen, die ich Dir unten zeige, haben auch eine gute Süßkraft, aber bringen zusätzlich noch ein paar andere Vorteile mit sich, etwa in Form von wichtigen Nährstoffen, Ballaststoffen oder Vitaminen. Einige haben bei ähnlicher oder gleicher Süßkraft auch weniger Kalorien.

Zuckerersatz zu Weihnachten

Welche Möglichkeiten zum Zuckerersatz gibt es?

#1 Agavendicksaft

Dieser natürliche Zuckerersatz wird aus der Agave gewonnen und besteht aus Glucose und Fructose, also Fruchtzucker. Er enthält nebenbei auch noch ein paar weitere Mineralstoffe und Vitamine. Die Konsistenz ist flüssiger als Honig, die Süßkraft liegt sogar über der von Haushaltszucker, daher kann man 100 g Zucker durch 75 g Agavendicksaft ersetzen. Dennoch hat dieser Zuckerersatz weniger Kalorien.

#2 Bananen

Häufig findet man in Rezepten für „Babykekse“ die Banane als Zuckerersatz. Vor allem überreife Früchte kann man ganz wunderbar zermatschen und zum Backen verwenden, 100 g Zucker können mit ca. 100-120 g Banane ersetzt werden. Ggf. musst Du im Rezept den Anteil an Flüssigkeiten reduzieren, da der Teig sonst zu matschig wird. Die Frucht enthält natürlich Fructose, also Vorsicht bei einer Unverträglichkeit! Außerdem würde ich Dich bitten, beim Kauf auf fair gehandelte Bio-Bananen zu achten. Dieser natürliche Zuckerersatz liefert zusätzliche Mineralstoffe, wie Kalium und Magnesium, Folsäure und Vitamin B6.

#3 Datteln / Dattelzucker

Die Trockenfrüchte haben im Vergleich zu Haushaltszucker einen deutlich geringeren Kalorienanteil. Außerdem sorgt der hohe Ballaststoffgehalt dafür, dass der Blutzuckerspiegel weniger schnell ansteigt. Daher ist diese Zucker-Alternative (in Maßen!) auch für Diabetiker geeignet. Vor dem Backen werden die Früchte min. 10 Minuten lang in heißem Wasser eingeweicht und dann zu einem Püree verarbeitet. 125 g Datteln ersetzen 100 g Zucker.

#4 Honig

Das Naturprodukt besteht aus Fructose und Glucose und hat einen ähnlichen Kaloriengehalt wie Haushaltszucker. Er enthält Antioxidantien und verschiedene Nährstoffe, aber natürlich häufig auch Pollen, was für Allergiker problematisch werden kann. Achte bei der Verwendung von Honig auf hochwertige Sorten, am besten kauft man natürlich direkt beim regionalen Imker. Wenn man Honig als Zuckerersatz nutzen möchte, nimmt man statt 100 g Zucker 75 g Honig.

#5 Kokosblütenzucker

Kokosblütenzucker wird aus dem Nektar der Kokospalme gewonnen. Für Menschen mit einer Fructose-Intoleranz ist er daher nicht geeignet. Im Gegensatz zum Haushaltszucker enthält er (in geringen Mengen) verschiedene Nährstoffe wie Kalium, Eisen, Zink und Ballaststoffe. Er hat einen ähnlich hohen Kaloriengehalt wie Haushaltszucker und kann in der Menge 1:1 ausgetauscht werden. Trotz des Ursprungs von der Kokospalme, schmeckt Kokosblütenzucker nicht nach Kokos, sondern hat ein leicht karamelliges, malziges Aroma. Beim Backen kann dieser Zuckerersatz leichter verklumpen.

#6 Reissirup

Dieser Zuckerersatz ist vor allem für diejenigen geeignet, die an einer Fructose-Intoleranz leiden, denn er enthält hauptsächlich Maltose. Er liefert zusätzlich noch Kalium und Magnesium. Reissirup muss als Zuckerersatz höher konzentriert werden als Zucker, da die Süßkraft geringer ausfällt. Leider lässt er auch den Blutzuckerspiegel stark ansteigen und ist daher für Diabetiker nicht geeignet.

#7 Xylit, Sorbit und andere Süßstoffe

Künstlich hergestellte Süßstoffe sollen zwar als Zuckerersatz den Geschmack geben, aber angeblich dabei den Körper einfach passieren, ohne irgendwelche Interaktion mit dem Stoffwechsel. Ob das aber tatsächlich so ist, da streiten sich die Wissenschaftler noch und es gibt Hinweise, dass ein übermäßiger Genuss von Süßstoffen tatsächlich das Risiko für z.B. Diabetes erhöht. Da diese Süßstoffe als Zuckerersatz außer dem (künstlich und oft unangenehm) süßen Geschmack weiter nichts liefern, sind wir keine Fans, sondern konzentrieren uns lieber auf die oben beschriebenen natürlichen Zucker-Alternativen.

Rezepte für Kekse ohne Zucker

Der wunderbare Geruch von frischgebackenen Plätzchen gehört für mich genauso zur Weihnachtszeit wie ein hübsch dekorierter Weihnachtsbaum. Mit diesen zuckerfreien Keksen sparst Du Dir zusätzlich noch einige Kalorien und kannst die Weihnachtszeit leichter genießen:

#1 Zitronenkekse

Zitrusfrüchte passen super in die Weihnachtszeit. Dieses Rezept für Zitronenkekse bringt den Zitrus-Kick. Natürlich könnte man die Zitronenschale auch gegen Orangenschale austauschen: https://www.chefkoch.de/rezepte/3254451484059164/Zitronenkekse-ohne-Zucker.html

#2 Haferflockentaler

Dieses Rezept für Haferflockentaler kann wunderbar abgewandelt und variiert werden. Je nach Geschmack kann man noch verschiedene Nüsse, Rosinen oder Kokosraspeln hinzufügen. Die Bananen und Haferflocken liefern zusätzlich Kalium und Ballaststoffe. https://www.chefkoch.de/rezepte/2074961335361710/Haferflockentaler.html

#3 Heidesand mit Cranberrys und Pistazien

Diese zuckerfreien Kekse sehen wunderhübsch weihnachtlich aus, mit ihren roten und grünen Stücken. Außerdem sind es Kekse von der Rolle und davon bin ich ohnehin ein Fan, da es ein stressfreier Weg zu leckeren Keksen ist und die Kinder dabei super helfen können. Noch mehr Kekse von der Rolle findest Du hier (diese Rezepte sind allerdings nicht zuckerfrei, aber vielleicht möchtest Du sie nach diesem Artikel für Dich abwandeln?!).

Menge: ca. 25 Stück

Heidesand mit Cranberrys und Pistazien

Heidesand mit Cranberrys und Pistazien

Zutaten

  • 50 g getrocknete Cranberrys
  • 30 g Pistazienkerne (ungesalzen!)
  • 120 g Butter
  • 240 g Weizenmehl
  • 80 g Reissirup
  • ½ TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • Schale einer halben Zitrone

Zubereitung

    1. Cranberrys und Pistazien klein hacken

          
    2. Butter bei geringer Hitze schmelzen und etwas abkühlen lassen

      
    3. Alle Zutaten vermischen und zu einem Teig kneten (wenn er zu sehr klebt, etwas Mehl hinzufügen)

            
    4. In 2 Rollen formen (ca. 4 cm Durchmesser) und in Bienenwachstuch oder Folie für eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen

          
    5. Ca 1 cm dicke Scheiben von den Rollen schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen

           
    6. Bei 160 Grad (Umluft) ca. 15 Minuten backen, anschließend auf einem Kuchengitter auskühlen lassen



#4 Zuckerfreie Vanillekipferl

Gibt es ein traditionelleres Weihnachtsplätzchen als Vanillekipferl?! Ich glaube nicht. Daher war ich ganz begeistert, als ich dieses Rezept für zuckerfreie Vanillekipferl gefunden habe: https://www.ernaehrung-ohne-zucker.de/vanillekipferl/

#5 Zuckerfreie Makronen

Zum Schluss noch ein ganz traditionelles Weihnachtsplätzchen: Die Makrone! In dieser Version mit Limette, ein kurzer Trip in die Südsee zu Weihnachten: ja, bitte!

Menge: ca 20 Stück

Zuckerfreie Limetten-Kokos-Makronen

Zuckerersatz zu Weihnachten

Zutaten

  • 2 Eiweiße
  • 2 TL Limettensaft
  • 40 g Kokosblütenzucker
  • 2 TL Limettenschale
  • 100 g Kokosraspeln

Zubereitung

    1. Backofen auf 150 Grad vorheizen

    2. Eiweiß mit Limettensaft steif schlagen

    3. Koksblütenzucker, Limettenschale und
    Kokosraspeln vorsichtig unterheben

    4. Mit 2 Teelöffeln kleine Häufchen formen und auf
    das Backblech setzen

    5. Auf der mittleren Schiene ca. 20 Minuten backen,
    anschließend auf dem Blech abkühlen lassen



Ich hoffe, diese Rezepte mit verschiedenen Zuckerersatz Möglichkeiten haben Dir Lust auf das weihnachtliche Backen gemacht! Ich wünsche Dir und Deinen Lieben auf jeden Fall eine wunderbare Weihnachtszeit!

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