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Oma hat immer gesagt…7 Medizinische Hausmittel mit fundierter Wirkung

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Gerade mit kleinen Kindern hat man häufig mit kleineren Wehwehchen und Krankheiten zu tun. Damit möchten viele aber nicht immer direkt zum Kinderarzt rennen und sich im Wartezimmer dann noch zusätzlichen Krankheitserregern aussetzen. Daher greifen viele gerne auf die Hausmittel zurück, von denen Oma schon immer gesagt hat, dass sie wirken. Vieles davon hat man Zuhause oder bekommt es für kleines Geld in jedem Supermarkt. Aber es stellt sich die Frage, ob Oma Recht hatte mit ihren Hausmitteln, oder ob das Ganze doch eher in den Bereich der Phantasie gehört.

Ich habe hier einige Hausmittel zusammengestellt, für deren Wirksamkeit es tatsächlich Belege gibt und andere hartnäckige Oma-Weisheiten, die einfach nicht stimmen und bei denen ich mich auch immer wieder ertappe.

Oma hat immer gesagt...7 Medizinische Hausmittel mit fundierter Wirkung - Bild 1

Achtung, wichtig!!!

Es ist wichtig, zu erwähnen, dass wir alle bei einfachmaleinfach keine Ärzte sind. Sollte dein Kind, oder jemand anders in deinem Umfeld, über mehrere Tage hinweg Krankheitssymptome haben, höheres Fieber entwickeln oder sich der Allgemeinzustand verschlechtern, ist ein Besuch beim Arzt immer angezeigt.

1. Zwiebeln als Hausmittel gegen Ohrenschmerzen

Gerade bei Kindern sind Ohrenschmerzen ein häufig auftretendes Übel. Ohrenschmerzen können die verschiedensten Ursachen haben und sollten daher, wenn sich die Schmerzen mit diesem Hausmittel nicht nach kurzer Zeit bessern, auf jeden Fall von einem Arzt untersucht werden. Oma hat für Ohrenschmerzen immer Zwiebeln als Hausmittel empfohlen.

So wird es gemacht:

Zwiebeln werden in Würfel gehackt, in ein Säckchen oder in Krepp-Papier gegeben und eventuell kurz in der Mikrowelle erwärmt. Das Säckchen wird dann auf das schmerzende Ohr gelegt und mit einer Mütze oder einem Stirnband an Ort und Stelle gehalten.

Was steckt dahinter:

Zwiebeln enthalten Stoffe, die wie ein natürliches Antibiotikum wirken. Außerdem konnten zudem antimikrobielle, antiasthmatische und antiallergische Eigenschaften in Zwiebeln nachgewiesen werden.

Hinweise:

Zwiebelstücke oder andere „Heilmittel“ haben nichts im Ohr zu suchen! Manchmal liest man, dass man Knoblauchzehen oder sonstiges in das Ohr stecken soll, bitte tu das nicht!

2. Zwiebelsud in Honig als Hausmittel gegen Husten

Auch einem lästigen Husten ist Oma immer mit Zwiebeln zu Leibe gerückt.

So wird es gemacht:

Klein gehackte Zwiebelwürfel werden mit Honig übergossen und einige Stunden stehen gelassen. Der so entstehende Sud wird löffelweise alle paar Stunden eingenommen.

Was steckt dahinter:

Zusätzlich zu den oben genannten Wirkstoffen in Zwiebeln wirkt der Honig ebenfalls entzündungshemmend und löst den Schleim, der dadurch besser abgehustet werden kann.

Hinweise:

Honig sollte nicht bei Kindern unter einem Jahr angewandt werden. Ein fest sitzender oder keuchender Husten sollte von einem Arzt kontrolliert werden.

Hausmittel

3. Hühnersuppe gegen Erkältung und (fast) alles andere

Ach ja, die gute alte Hühnersuppe. Es gibt kaum etwas, das nicht durch Hühnersuppe geheilt werden soll. Oma hat immer gesagt, sie soll gegen Erkältungen helfen, aber auch zur Kräftigung nach anderen zehrenden Krankheiten, Magen-Darm-Infekten und sogar nach einer Geburt (für die Mutter natürlich).

So wird es gemacht:

Aus frischem Suppengemüse und einem (Bio-)Huhn wird über mehrere Stunden eine Suppe gekocht.

Was steckt dahinter:

Es gibt Hinweise darauf, dass Hühnersuppe bestimmte Immunzellen hemmt und so antientzündlich wirkt. Auch bestimmte Eiweiße in Hühnerfleisch wirken als Antioxidantien entzündungshemmend. Vor allem regt die Wärme die Durchblutung an, sodass Immunzellen besser verteilt werden und Schleim gelöst wird. Außerdem liefert die Suppe viel Energie und Elektrolyte, um schnell wieder fit zu werden.

Hinweise:

Hühnersuppe besonders bei sehr kleinen Kindern nicht zu heiß servieren und die Fleisch- und Gemüsestücke möglichst klein schneiden, sonst droht Erstickungsgefahr!

Bei Magen-Darm-Infekten hilft die BRAT-Diät, um wieder auf die Beine zu kommen, weitere Informationen findest du hier.

4. (Heiße) Zitrone für die Abwehrkräfte

Oma sagt, viel Vitamin C stärkt die Abwehrkräfte. Zitrone ist sauer, weil da viel Vitamin C drin ist. Aber stimmt das so?

So wird es gemacht:

Für heiße Zitrone mischt man Zitronensaft mit heißem Wasser und trinkt es.

Was steckt dahinter:

Zitronen enthalten zwar ca. 25 mg Vitamin C pro Frucht, nur leider ist Vitamin C hitzeempfindlich und wird durch heißes Wasser zerstört. Weniger sauer, aber ebenso Vitamin-geladen sind Kiwis und Orangen.

Hinweise:

Besonders kleinere Kinder dürften von dem sauren Zitronensaft nicht begeistert sein und die „heiße Zitrone“ darf auch nicht zu heiß sein. Da eine übermäßige Gabe von Vitamin C keine erwiesenen Vorteile für die Abwehrkräfte bringt, ist eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und das regelmäßige Training des Immunsystems an der frischen Luft zur Stärkung der Abwehrkräfte sicherlich eher angesagt. Ein bereits bestehender Infekt kann mit o.g. Hausmitteln bekämpft werden.

Dass viel Vitamin C nicht „viel wirkt“ und daher als Hausmittel oder Nahrungsergänzungsmittel eher fragwürdig daher kommt, hat Mai in diesem Video schon einmal ausführlich besprochen.

5. Wadenwickel gegen Fieber

Gegen Fieber hat Oma immer gerne Wadenwickel als Hausmittel empfohlen, um die Temperatur zu senken.

So wird es gemacht:

Eine Schüssel mit lauwarmem Wasser füllen, Baumwolltücher oder kleine Handtücher hineinlegen, kräftig auswringen und um die Wade wickeln. Die nassen Tücher mit einem trockenem Außentuch abdecken. Den Patienten gut zudecken.

Was steckt dahinter:

Wadenwickel wirken, indem sie Verdunstungskälte entwickeln und so die Wärmeabgabe des Körpers unterstützen.

Hinweise:

Bei kleinen Kindern sollte man Wadenwickel nur ca. zehn Minuten lang anwenden, bei älteren sind 20 bis 30 Minuten in Ordnung, sonst droht zu große Auskühlung. Wickel nicht mit kaltem Wasser anwenden, weil sich dadurch die Blutgefäße verengen und kaum Wärme verdunsten kann. Fieber ist ein körpereigener Prozess, um gegen Krankheiten zu kämpfen und sollte daher nicht unter allen Umständen bekämpft werden. Bei Fieber über 39° und wenn es länger anhält, sollte ein Arzt konsultiert werden!

6. Ingwer

Die Ingwer-Knolle wird in Asien schon seit geraumer Zeit als Heilmittel eingesetzt und soll gegen Übelkeit, Verdauungsstörungen und Schmerzen wirken.

So wird es gemacht:

(Bio-) Ingwer klein schneiden (möglichst nicht schälen, die besten Inhaltsstoffe sind direkt unter der Schale), in ein Teesieb o.ä. geben und als Tee aufgießen, mindestens 5 Minuten ziehen lassen.

Was steckt dahinter:

Die Ingwer-Knolle enthält ätherische Öle. Wie genau Ingwer wirkt, ist nicht vollständig geklärt, es wird allerdings vermutet, dass die Inhaltsstoffe an Rezeptoren im Magen-Darm-Trakt binden, über die Übelkeit und Brechreiz ausgelöst werden.

Hinweise:

Ingwer kann zu Sodbrennen führen, besonders in hohen Konzentrationen. Aufgrund der Schärfe ist es für Kinder potentiell nicht allzu angenehm.

Hausmittel

7. Flohsamen / Leinsamen als Hausmittel gegen Verstopfung

Leinsamen sollen als Hausmittel gegen Verstopfung helfen.

So wird es gemacht:

Leinsamen können zum Beispiel zum Müsli hinzugefügt werden. Die Wirkung wird noch verbessert, wenn die Leinsamen direkt vor dem Verzehr geschrotet werden.

Was steckt dahinter:

In den Samenschalen befinden sich Schleimstoffe, die im Darm als Quellmittel wirken. Im Darmtrakt wird Wasser gebunden, die Samen quellen auf und vergrößern dadurch das Volumen des Darminhalts, was die Verdauung anregt. Leinsamen enthalten außerdem Öle, die einen Schmiereffekt haben und den Weitertransport des Darminhalts beschleunigt.

Hinweise:

Es dauert ein bis zwei Tage, bis Leinsamen wirken und dann auch nur, wenn sie in Zusammenhang mit reichlich Flüssigkeit eingenommen werden. Daher muss zusätzlich auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Es gibt verschiedene Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, bei denen Leinsamen nicht oder nur mit Vorsicht verzehrt werden sollten. Solltest du unsicher sein, frag lieber einen Arzt oder Apotheker um Rat.

Auch Trockenpflaumen oder anderes Trockenobst eignet sich als Hausmittel bei einer Verstopfung.

8. Wunden heilen ohne Pflaster besser?!

Oma hat immer gesagt, dass man Luft an Wunden lassen soll, damit sie schneller heilen. Für kleinere Kratzer mag das stimmen, aber größere Wunden sollten besser mit einem Pflaster bedeckt werden, das die Wunde vor Bakterien und Schmutz schützt. So heilt die Wunde feucht und die Hautränder trocknen nicht aus. Diese hier finde ich für kleine Kinder ganz besonders schön.

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Hausmittel

Oma und ihre Weisheit haben also häufig einen belegbaren Hintergrund und viele Hausmittel wirken tatsächlich. Solltest du aber Zweifel haben, ist ein Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker immer die sicherere Variante. Ich wünsche dir und deiner Familie Gesundheit und im Falle einer Erkrankung rasche Genesung!  

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